CorrensLab
Home
CorrensLab
Mobilität
Karte
Anmelden

Lärmbelästigung


Auf der Straße der Zukunft sind Gespräche und spielende Kinder lauter als der Verkehrslärm.


Seit langem ist Straßenlärm die dominierende Lärmquelle in deutschen Städten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung fühlt sich durch den Verkehr und seine Ge-räusche gestört, häufig wird sogar das psychische und soziale Wohlbefinden beeinträchtigt. Aber was ist überhaupt Verkehrslärm und was können wir dagegen tun?

Wie ist Verkehrslärm definiert?

Unter Straßenverkehrslärm werden Geräusche von Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen verstanden. Um diese zu berechnen werden Anzahl der Fahrzeuge, Straßenbelag und Topographie berücksichtigt, nicht aber der Lärm, der durch Parkplätze, Geschwindigkeitsüberschreitungen, Hupen oder unnötiges Be-schleunigen entsteht. So fällt die Lärmbelastung für Anwohner oft größer aus als in den Lärmkarten der Städte und Länder dargestellt, was dazu führt, dass auch Gegenmaßnahmen seltener umgesetzt werden.

Versiegelung Quelle: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Was kann gegen den Lärm unternommen werden?

Ein Ansatz ist, den Geräuschpegel durch technische Lösungen zu reduzieren. Besonders im Blick sind dabei Elektro-Autos, deren Antriebs- und Abgasanla-gengeräusch weitgehend entfällt. Bei PKWs, auch denen mit Verbrennungsmo-tor, ist jedoch ab etwa 30 km/h das Reifen-Fahrbahn-Geräusch dominant. Bei LKWs ist das ab ca. 60 km/h der Fall. Daher besitzt die Art des Straßenbelags und die Geschwindigkeit den größeren Einfluss auf den Lärmpegel. Aber auch ein Herabsetzen der Geschwindigkeit von 50 km/h auf 30 km/h reduziert den Lärm nur um zwei bis drei Dezibel und bringt keine entscheidende und vor allem schnelle Veränderung. Der effektivere Ansatz ist deshalb weniger Verkehr. In einer Stadt in der Wohnen, Arbeiten und Einkaufen nah beieinanderliegen sind die alltäglichen Wege mit dem Auto kurz oder können sogar mit dem Fahrrad gemacht werden. Zudem kann die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs die Zahl der Fahrzeuge redu-zieren und viele Personen auf wenigen Lärmverursachern konzentrieren. So wird nicht nur der Lärmpegel gesenkt, sondern Straßen und Plätzen eine neue Aufenthaltsqualität gegeben, Stress in den Städten reduziert – und natürlich das Klima geschützt.

Versiegelung Quelle: Landeshauptstadt Stuttgart

Quellen:

Umweltbundesamt (2020): Straßenverkehrslärm. Online unter: https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/verkehrslaerm/strassenverkehrslaerm#gerauschbelastung-im-strassenverkehr

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Lan-des Nordrhein-Westfalen (2017): Umgebungslärm in NRW. Online unter: https://www.umgebungslaerm-kartierung.nrw.de/

Landeshauptstadt Stuttgart - Amt für Umweltschutz (o.J.): Schallpegelbereich üb-licher Geräusche. Online unter: https://www.stadtklima-stuttgart.de/index.php?laerm_grundlagen_geraeusche